Puppenkleidermärchen
Heute bin ich noch etwas in Urlaubsstimmung, denn ich durfte nach langer Zeit wieder einmal 5 Tage lang meine Werkstatt zuschließen.
Darum werde ich diesmal keine Schneiderweisheiten von mir geben, sondern eine Geschichte erzählen.
Sie beginnt wie alle Märchen mit, es war einmal.
Das Puppenkleidermärchen.
Es war einmal ein kleines Mädchen, dessen liebste Beschäftigung das Puppen spielen war. Meistens suchte Sie sich ein schönes Plätzchen im sonnigen Garten, vielleicht unter einem Schatten spendenden Kirschbaum, wo Sie wunderbar Ihr Traumhaus einrichten konnte.
Ihre Puppenkinder wurden gefüttert, gewickelt und schön angezogen.
Damit auch immer ein neues Kleidchen zum Ausgehen da war, musste die kleine Puppenmama fleißig stricken, häkeln und nähen. Ganz schick, wie kleine Prinzessinnen saßen dann Ihre Kinder im Puppenwagen und wurden spazieren gefahren.
Das Mädchen wurde älter und langsam verlies es die Lust am spielen. Nur die Freude an schönen Kleidern blieb tief in Ihrem inneren sitzen.
Eines Tages, als es noch zur Schule ging und die Lehrerin in der Klasse nachfragte, was möchtet Ihr denn gern tun, wenn Ihr ins Leben hinausgeht. Da meldete sich bei der heran gewachsenen Puppenmama aus einer verborgenen Ecke eine ganz leise Stimme, ich möchte schöne Kleider nähen. Und als die Reihe an Ihr war, damit Sie Ihren Wunsch äußerte, wusste Sie sofort und ohne jeglichen Zweifel, ich werde Schneiderin.
In einem ganz tollen Modesalon, wo die Damen sich einkleiden ließen, da durfte Sie dann Ihren Wunschtraum in Erfüllung gehen lassen.
Nie hätte Sie gedacht, dass es so furchtbar anstrengend ist die Nadel richtig zu führen und vor allen Dingen, dass dieses komische Ding auf den Finger muss.
Abendkleider aus Samt und Seide, mit Perlen bestickt wurden genäht, dass es nur so glitzerte und funkelte.
Im Salon, wo die Damen empfangen wurden, hingen Lüster an Wand und Decke, so etwas hatte Sie noch nie gesehen.
Fleißig übte Sie und alsbald konnte Sie die ersten Kleider für sich aus ihren eigenen Entwürfen zaubern. Wenn hier und da einmal das neue Kleid etwas zwickte, weil die Maße nicht ganz passten, war das nicht so schlimm.
Nach den Lehrjahren erwachte Ihr Ergeiz, Sie wollte genauso tolle Kleider machen wie Ihre Chefin und auch so einen schicken Salon besitzen.
Die Jahre vergingen und nach vielem üben und lernen wurde aus dem kleinen Mädchen mit den Puppenkleidern eine wunderbare Designerin, die Ihren Beruf sehr liebte und dadurch viele Menschen glücklich gemacht hat.
Soweit mein Puppenkleidermärchen, womit sich sicher viele identifizieren können, vor allem diejenigen, die mit Leib und Seele den wunderbaren Beruf der Schneiderin ausüben.
Und Alle die dies nicht konnten, hatten vielleicht den gleichen Kindheitstraum, nur ließ er sich nicht verwirklichen.
Aus Träumen entsteht die Zukunft, fangen Sie an sie zu gestalten.
Bis bald
Edith F














