Eigenheim Glück allein
Weit gefehlt, dieser Spruch draf leider nicht zu.
Unser erstes Wohnhaus war im entstehen und ich beging den größten Fehler meines Lebens.
In meinen jugendlichen Übermut, dass ich endlich die Hürde genommen hatte, aus den bisherigen unliebsamen Wohnverhältnissen auszubrechen, war ich voller Tatendrang. Zu dieser Zeit hatte sich das Mutter Tochter Verhältnis bei uns durch die vielen Tiefschläge dermaßen positiv entwickelt, dass für mich nur in Frage kam, gemeinsam mit den Eltern zu Bauen. Diese wohnten in einer kleinen Mietwohnung und sollten so die Chance auf für ein eigenes Haus bekommen.
Nach meiner Meisterprüfung hatte ich mich selbstständig gemacht und wollte meine Arbeit zu Hause neben der Kindererziehung weiter machen. Alles hatte ich wunderbar geplant und dachte es ließe sich gut umsetzen. Die Mutter war ja im Haus und würde mir helfen, dass ich alles unter einen Hut bekomme.
Doch leider ging es schon in der Bauzeit los, ich hatte den Plan ohne meine Mutter gemacht. Sie artete völlig aus und stürzte sich auf unser gemeinsames Haus, indem Sie überall mitredete, egal um was es sich drehte und ob Sie es verstand. So war die Krise vorprogrammiert, denn wir hatten ja auch unsere Vorstellung von unserer Zukunft. Wir wollten ein eigenes Haus, wo wir tun und lassen können was wir wollen, aber je weiter der Bau fortschritt, um so mehr dämmerte es mir, wer das Sagen in unserem Eigenheim hat.
Eine Woche vor den Eltern zogen wir dann ein, mein Gefühl in der Magengegend signalisierte mir nichts Gutes. Als dann die Woche darauf Morgens um 6°° die Haustür aufging und der Einzug meiner Eltern begann, wusste ich mit dem öffnen der Tür, dass ich den größten Fehler meines Lebens begangen hatte.
Jahrlang hasste ich dieses Haus, das zur Hälfte uns gehörte aber nur auf dem Papier und hätte den Leuten ins Gesicht springen können, wenn Sie mir erklärten wie gut ich es doch habe.
Naja es ist vorbei, nach endlosen langen Jahren konnten wir die Kraft aufbringen, noch einmal zu Bauen und dies mit allen Sinnen und bei vollem Bewußtsein was es bedeudet ein solch großes Projekt in Eigenleistung zu erstellen.
Nach dem das erste Haus abbezahlt war, setzten wir auf volles Risiko und gingen unseren Plan an.
Ich habe für unser jetziges Wohn/Geschäftshaus die Einteilung selbst entworfen, sodass Leben und Arbeiten ineinander fließen. Sehr viele Leute die seither zu uns kamen waren ganz begeistert von der durchdachten Raumgestaltung. Ohne unnütze Verwinklungen, nicht brauchbare optische Teile, aber mit allem ausgestattet was modernes Wohnen braucht.
Was hat das Haus alles zu bieten. Viel Platz durch totale Ausnutzung der ganzen Dachschrägen, ein schon vorbereiteter betonierter Boden für einen Wintergarten, Anschlüsse für eine Sauna, 2 Werstätten zum Arbeiten, zwei Treppenhäuser und noch so einige Kleinigkeiten.
Die Einteilung in solch einer Form finden Sie in keinem Fertighaus, selbst die Gutachterin war davon sehr angetan.
Wenn Sie auch solch an Wahnsinns Werk erschaffen möchten, dann gehn Sie daran einen guten Plan zu erstellen und wenn Sie bereit sind Ihre Muskelkraft einzubringen, was glauben Sie was für ein gigantisches Projekt Ihnen damit gelingt und was das tolle daran ist, was Sie einsparen können.
Und nächste Woche bauen wir.
Edith F














