Archiv des MonatsJanuar, 2008

Eigenheim Glück allein

Weit gefehlt, dieser Spruch draf leider nicht zu.
Unser erstes Wohnhaus war im entstehen und ich beging den größten Fehler meines Lebens.
In meinen jugendlichen Übermut, dass ich endlich die Hürde genommen hatte, aus den bisherigen unliebsamen Wohnverhältnissen auszubrechen, war ich voller Tatendrang. Zu dieser Zeit hatte sich das Mutter Tochter Verhältnis bei uns durch die vielen Tiefschläge dermaßen positiv entwickelt, dass für mich nur in Frage kam, gemeinsam mit den Eltern zu Bauen. Diese wohnten in einer kleinen Mietwohnung und sollten so die Chance auf für ein eigenes Haus bekommen.
Nach meiner Meisterprüfung hatte ich mich selbstständig gemacht und wollte meine Arbeit zu Hause neben der Kindererziehung weiter machen. Alles hatte ich wunderbar geplant und dachte es ließe sich gut umsetzen. Die Mutter war ja im Haus und würde mir helfen, dass ich alles unter einen Hut bekomme.
Doch leider ging es schon in der Bauzeit los, ich hatte den Plan ohne meine Mutter gemacht. Sie artete völlig aus und stürzte sich auf unser gemeinsames Haus, indem Sie überall mitredete, egal um was es sich drehte und ob Sie es verstand. So war die Krise vorprogrammiert, denn wir hatten ja auch unsere Vorstellung von unserer Zukunft. Wir wollten ein eigenes Haus, wo wir tun und lassen können was wir wollen, aber je weiter der Bau fortschritt, um so mehr dämmerte es mir, wer das Sagen in unserem Eigenheim hat.

Eine Woche vor den Eltern zogen wir dann ein, mein Gefühl in der Magengegend signalisierte mir nichts Gutes. Als dann die Woche darauf Morgens um 6°° die Haustür aufging und der Einzug meiner Eltern begann, wusste ich mit dem öffnen der Tür, dass ich den größten Fehler meines Lebens begangen hatte.

Jahrlang hasste ich dieses Haus, das zur Hälfte uns gehörte aber nur auf dem Papier und hätte den Leuten ins Gesicht springen können, wenn Sie mir erklärten wie gut ich es doch habe.

Naja es ist vorbei, nach endlosen langen Jahren konnten wir die Kraft aufbringen, noch einmal zu Bauen und dies mit allen Sinnen und bei vollem Bewußtsein was es bedeudet ein solch großes Projekt in Eigenleistung zu erstellen.

Nach dem das erste Haus abbezahlt war, setzten wir auf volles Risiko und gingen unseren Plan an.

Ich habe für unser jetziges Wohn/Geschäftshaus die Einteilung selbst entworfen, sodass Leben und Arbeiten ineinander fließen. Sehr viele Leute die seither zu uns kamen waren ganz begeistert von der durchdachten Raumgestaltung. Ohne unnütze Verwinklungen, nicht brauchbare optische Teile, aber mit allem ausgestattet was modernes Wohnen braucht.

Was hat das Haus alles zu bieten. Viel Platz durch totale Ausnutzung der ganzen Dachschrägen, ein schon vorbereiteter betonierter Boden für einen Wintergarten, Anschlüsse für eine Sauna, 2 Werstätten zum Arbeiten, zwei Treppenhäuser und noch so einige Kleinigkeiten.

Die Einteilung in solch einer Form finden Sie in keinem Fertighaus, selbst die Gutachterin war davon sehr angetan.

Wenn Sie auch solch an Wahnsinns Werk erschaffen möchten, dann gehn Sie daran einen guten Plan zu erstellen und wenn Sie bereit sind Ihre Muskelkraft einzubringen, was glauben Sie was für ein gigantisches Projekt Ihnen damit gelingt und was das tolle daran ist, was Sie einsparen können.

Und nächste Woche bauen wir.

Edith F

Kommentar

Steine, Bausteine,steinreich oder steinalt, hart wie Stein alles dreht sich darum in unserem Leben.

Dies sind alles Schlagwörter, um die sich in nächster Zeit mein Blog drehen wird.
Ein neues Jahr hat begonnen und mit ihm auch ein neues Thema über das ich nun von Zeit zu Zeit berichten werde. Wie der Name der Website schon sagt, bei uns dreht sich im Leben alles um Stoff und Stein.

Vor vielen Jahren als ich mich für meinen Mann entschieden habe, war es mir manchmal richtig peinlich, wenn ich nach seinem Beruf gefragt wurde. Ein Bauigel, was sollte dabei schon heraus kommen. Ob im Kindergarten oder später in der Schule bei unseren Kindern, jeder protzte mit seinem tollen Mann und dessen sauberen Schreibtischberuf, ich verhielt mich dann ganz kleinlaut in der Ecke. Damals dachte ich oft, wartet nur mal ab, abgerechnet wird erst am Schluß.

Nun durch diese Phase bin ich schon lange durch, aber einfach war das Ganze nicht, wenn man bedenkt welches Metier ich in meinem Beruf zu bedienen hatte und habe, Glanz und Glimmer, Modenschauen, Pressetermine usw., ich lebte praktisch immer in zwei Welten. Und um den ganzen Circus zu überstehen, war es ein einziger Drahtseilakt und ich musste ganz schön die Balance halten, um nicht auf dem harten Boden zu landen.

Aber ich hatte mir geschworen, dass ich alles dransetzen werde, um unser Leben nicht im gewöhnlichen Arbeitermilieu zu gestalten. Sicher ich weiß, dass dies alles etwas anmaßend klingt, das liegt wahrscheinlich an meiner Kindheit. Wir waren zwar nicht reich, aber trotzdem als selbstständiger Handwerksbetrieb angesehen in unserem kleinen Ort. Jahre später brachte es einmal eine Tante von mir auf den Punkt, als Sie sagte, weißt Du, Ihr wahrt immer wer und wir waren eben die Flüchtlinge. Wobei ich absolut nichts gegen die damaligen Vertriebenen habe, schließlich bin ich zur Hälfte auch ein Abkömmling davon. Nur hatte es das Schicksal eben gut gemeint mit meiner Mutter und Sie hat einen Einheimischen Mann geheiratet, was Ihr oft gar nicht bewusst war, welchen Vorteil Sie dadurch hatte.

Nach einem mäßigen Eheanfang, wo wir eine Dreizimmerwohnung mit meiner Schwiegermutter teilten, musste ich das erste Mal beweisen wozu ich imstande war. Nach 2 1/2 Jahren konnten wir unter Aufbietung aller meiner Kräfte diese schreckliche Wohngemeinschaft verlassen. Dies war deshalb nicht einfach, weil mein Mann sich in seinem jugendlichen Leichtsinn verpflichtet hatte, für die neue Eigentumswohnung aufzukommen, wenn seiner Mutter die Mittel dafür nicht ausreichten. Die Wohnung war auch gleichzeitig das erste Bauprojekt, das mein Mann mit seinen Brüdern in Eigenleistung hochgezogen hatte, aber dazu komme ich später noch.

Nach 3 Wohnungswechsel in 4 Jahren, hatte ich es dick mit den Mietwohnungen und mein erster Plan reifte heran, ich wollte ein eigenes Haus.
So begannen wir unser erstes Haus zu planen, praktisch aus dem Nichts heraus. Das einzige was wir hatten, war eine wahnsinns Energie etwas auf die Beine zu stellen. Denn schließlich wollten wir unseren beiden Kindern auch etwas bieten damit Sie, wenn der Papa schon kein Bürohengst war, wenigsten ein schönes Zuhause haben. Wir entschlossen uns, zusammen mit meinen Eltern ein Einfamilienhaus zu bauen, mit einer wunderschönen Dachstockwohnung, in welche die Eltern einzogen.

Und an dieser Stelle beginnt nun unser steiniger Lebenslauf, über den ich berichten werde. Alles fängt mit Steinen an und endet damit, wir sind “steinreich” geworden an Erfahrung.
Bis bald

Edith F

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