Archiv des MonatsNovember, 2007

Herrenanzug, Namen aufgestickt und alle anderen Schneiderarbeiten

Die letzte Woche war nun vollgepackt mit allen Arbeiten die das Schneiderhandwerk zu bieten hat. Ich habe kaum Zeit gefunden mich um andere Dinge zu kuemmern.

So kommt es auch, dass mein Computer wieder einmal total aus den Fugen ist. Letzte Woche am Donnerstag muss dies wohl wieder einmal ohne dass es mir auffiel geschehen sein. Man glaubt es kaum, aber meine Tastatur hat einen vollen Hau bekommen. Es fehlen Buchstaben wie …. (Ae zum Beispiel Aerger), das z ist bei y, Punkt, Komma, @, alles durcheinander.

Daher schreibe ich Heute auch meine Woerter etwas seltsam, es geht leider nicht anders.

Nun noch ganz schnell zu meiner Arbeit dem Herrenanzug und der Trachtenjacke. An beiden Teilen wurde die Einlage auf das Vorderteil, den Saum und um die Armausschnitte auffixiert. Danach zusammen geheftet und die Kunden zur Anprobe gebeten. Es passte bis auf ein paar Kleinigkeiten, die nicht weiter dramatisch sind.

Diese Woche geht es nun weiter, den Trachtenjacke und Herrenanzug sollen fertig werden.

Darum hoere ich nun auf zu schreiben und begebe mich in mein Atelier zum Arbeiten.

Bis bald

Edith F

Kommentar

Anfertigung eines Herrenanzugs

 

Eine schwierige Aufgabe liegt diese Woche vor mir, denn nun geht es ran an den roten Sakko mit schwarzer Hose und Weste. Den Schnitt habe ich mir schon aufbereitet und einen schwarzen Wollstoff bestellt für ein Schlupfmodell, das ich vorab arbeiten werde.

Warum ich mir die Mühe mit dem Schlupfmodell mache, nun der Kunde hat kein Standartmaß von der Stange und schließlich soll das Endprodukt ja perfekt aussehen. Und am Schlupfmodell kann ich dann alle Änderungen vornehmen, dies dann übertragen und so bekomme ich einen perfekten Maßgeschneiderten Anzug.

Jetzt werde ich noch meine letzten Arbeiten an einer Seidenbluse vollbringen, nämlich den Kragen, der mit einem Steg gearbeitet ist, aufsetzen und die Bündchen anbringen. Das einsetzen der Ärmel hebe ich mir für Heute Abend auf.

Sie kennen doch sicher die Schlagzeile < Geld verdienen ganz leicht gemacht und das von zu Hause aus>. Nur denkt jeder, dass dies alles so nebenher läuft und die Euros fliegen nur so ins traute Heim. Ich sage dazu nur ausprobieren, denn jede Arbeit erfordert erst einmal Einsatz und das nicht nur ein paar Stunden am Tag, wie sich das manche Menschen so vorstellen.

Aber das mit dem Arbeiten sei nur so nebenbei erwähnt, es fiel mir einfach beim Schreiben der kleine Laden in unserem Dorf ein, eine Änderungsschneiderei die nach einem halben Jahr die Pforten wieder geschlossen hat. Schade, denn das Durchhalten in unserem Beruf muss durch harten Einsatz erbracht werden und das ist manchmal schwer verständlich zu machen.

Was nützt der beste Businessplan wenn die Kunden fehlen.

Schon seit Monaten beschäftigt mich dies sehr, wie es den Existenzgründern in unserem Beruf geht, leicht haben sie es nicht, das steht fest. Zu meiner Zeit waren es die Altgedienten die alles abblockten um nichts von dem Kuchen abgeben zu müssen und Heute, ist es der Anfang in der Welt des Überflusses, um das wunderbare Handwerk des Schneiders noch als etwas wertvolles zu vermitteln.

Daher beschäftigt ich mich eine Idee, welche ich als nächstes umsetzen werde. Was es ist darüber das nächste Mal mehr.

Bis bald

Edith F

Kommentar

Herrensakko, Damensmoking oder vielleicht Trachtenjacke

 

Man glaubt es kaum, aber diese breite Palette an Maßanfertigungen steht mir zur Zeit zur Verfügung. Eine tolle Aufgabe, all diese Teile herzustellen.

Nur regt sich in mir die bange Frage, wo fange ich an. Jeder möchte gern sein neues Kleidungsstück als erster bekommen und keiner der Kunden soll vernachlässigt werden. Da heißt es mal wieder ein gutes Zeitmanagement aufstellen und möglichst keine halbe Stunde unsinnig vertrödeln.

Trotz dieser Überlastung bin ich doch sehr glücklich über diese wunderschöne Auftragslage, es befreit doch etwas von den Sorgen und setzt die kreative Ader in Schwung.

Als erstes trudelte schon im August der Auftrag für eine Trachtenjacke ein, der Stoff ein ganz konservativer grüner und dunkelroter Lodenstoff. Bei dieser Jacke kommt es auf eine besonders Vorteilhafte Schnittführung an, denn die Kundin ist sehr klein und nicht ganz schlank.

Beim Herrensakko liegt die Schwierigkeit woanders, nämlich bei der äußerlichen Optik. Das gute Stück wird für den Elferrat gebraucht und hat daher eine rote Farbe und einen schwarzen Schalkragen, ist somit eine Smokingjacke. Dazu passend gibt es noch eine schwarze Hose und Weste. Den passenden Damensmoking habe ich noch nicht in Angriff genommen, denn dies würde mein Zeitmanagement momentan nicht mehr hergeben. Wobei der Kunde seinen neuen Smoking natürlich in der kommenden Kampagne tragen möchte.

Das heißt für diese und die nächsten Wochen Arbeit ohne Ende, denn es warten noch meine beiden älteren Damen 81 und 91 Jahre auf Ihre neuen Kleider, auch Sie möchten schön sein in der kommenden Wintersaison.

Bei jedem dieser Aufträge steht das Handwerk des Schneiders an erster Stelle, denn ohne diese Grundlage ließen sich solche Spezialtanfertigungen wie ein Smoking oder eine Trachtenjacke nicht verwirklichen. Denn es kommt zwar auch auf das Nähen an, aber die Kunst des Ganzen liegt unsichtbar in der Innenverarbeitung und diese erlernt man in einer fundierten Aus- und Weiterbildung im Schneiderhandwerk.

Hier noch einige Tipps für die Hobbyschneiderinnen zum Thema Einlage.

Sie wissen warum unsere Kleidungsstücke nach der Verarbeitung etwas anders aussehen, nein? Nun das Geheimnis liegt nicht unbedingt in unseren Nähkünsten, sondern eben in der oben erwähnten Innenverarbeitung. Durch das fixieren mit der entsprechenden Einlage, bekommen wir die Optik die wir wünschen und erleichtern uns zusätzlich die Verarbeitung. Es ist zwar bei der Vorarbeit ein größerer Aufwand, die einzelnen Teile zu fixieren, aber dieser zahlt sich bei der Verarbeitung wieder aus. Um das Ganze dann abzurunden, gehört ein Arbeitsablauf dazu der vorgibt, welche Naht wann und wo geschlossen wird. Wenn Sie es ausprobieren möchten, kann ich Ihnen meinen Rockprofi empfehlen.

Soviel zu meinen Einblicken in mein alltägliches Arbeitleben,

bis bald Edith F

Kommentar