Von etwas ganz anderem möchte ich Heute an dieser Stelle berichten.
Seit einiger Zeit plage ich mich in gewissen Abständen mit einer lästigen Krankheit herum, das heißt für mich wende ich das Wort Krankheit normaler Weise nicht an, aber wie ich es sonst bezeichnen soll weiß ich nicht.
Es ist eine lästige Neurodermitis welche von Zeit zu Zeit meine Hände befällt. Lästige Begleiterscheinungen treten auf, wie das entstehen von juckenden Pusteln, welche nach dem Abheilen raue Schrunden zurück lassen.
Vor 3 Jahren hatte ich die letzte große Attacke, meine Handinnenflächen waren offen, die Fingerkuppen ebenfalls.
Nach Jahren der Ruhe hatte mich damals die Neurodermitis wieder fest im Griff. Was also tun, Allergietest hatte ich schon einige hinter mir, keiner hat angeschlagen. Hautärzte konnten dem ganzen auch nicht bei kommen, denn mit Kortisonsalben wurde zwar die befallene Stelle bekämpft, aber das Problem nicht gelöst. Die Haut meiner Hände wurde immer dünner und brüchig wie Papier. Bei meinem Beruf eine sehr schmerzhafte Angelegenheit, da die Fäden Schnittspuren hinterließen.
So habe ich dann beim letzten großen Ausbruch einen anderen Weg gewählt, der zwar etwas ungewöhnlich ist, aber mir hat er sehr geholfen.
Eine Kundin erzählte mir von einem Arzt, der sich vollkommen der Naturheilkunde als Androposoph verschrieben hat. Anfang der neunziger habe ich diesen Arzt das erste Mal aufgesucht. Ich bekam verschiedene pflanzliche Pülverchen verschrieben, die ich in bestimmten Abständen einnehmen musste. Zuerst verschlimmerte sich meine Neurodermitis in dem Maß, dass es mir peinlich war meine Hände zu zeigen. Ich weiß noch, wir waren damals in der Schweiz im Urlaub und Abends wenn wir zum Essen gingen, habe ich ein großes Pflaster über meine offene Hand geklebt. Der Ausschlag zog sich damals über den Handrücken und zwischen den Fingern endlang, war daher immer sichtbar.
Nach Wochen der Pulvereinnahme verschwanden nach und nach die Pusteln und meine Hände wurden schön wie vorher. Es war ein Erfolg auf der ganzen Linie.
Ruhe sollte ich aber trotzdem nicht haben von dem Übel. Jahre später ereilte mich wieder ein neuer Anschlag auf meine Hände. Zuerst habe ich nur beobachtet, dann versucht das Ganze selbst zu bekämpfen, es half alles nichts. Der Ausschlag breitete sich immer mehr aus, es juckte und brach auf, danach kamen die Schrunden. Diesmal schlug es mit voller Wucht zu. Die Handinnenflächen waren offen, die Finger befallen und es bildete sich nach dem Abheilen die reinste Lederhaut.
Was also tun, Hautarzt kam nicht in Frage und Androposoph musste selbst bezahlt werden. Von was war die nächste Frage, die Kasse war nach dem Hausbau leer, aber was half es, meine Hände mussten gesund und Einsatz fähig sein. Alle Versuche wie die Hände in Zuckerrohr- Melasse zu baden, mit Salben und Creme zu behandeln halfen nicht, da habe ich den Entschluss gefasst zu meinem Arzt zu gehen.
Zuerst folgte eine Untersuchung, dann sollte ich erzählen was mich momentan so sehr gefangen hält, dass ich praktisch meine Hände nicht hoch bekomme.
Viel zu viel hatte ich mir aufgeladen, das wurde mir schlagartig bewusst. Hatte ich doch 1997 damit begonnen mich endlich aus den Fesseln meiner Eltern zu befreien, durch einen riesengroßen Kraftakt. Wie schon in meinen anderen Berichten erwähnt bauten wir noch einmal ein Haus für uns allein, nachdem ich 24 Jahre meistens sehr unglücklich, mit meinen Eltern unter einem Dach gelebt habe. Alles habe ich wunderbar hinbekommen, wir bekamen keinen Streit mit den Eltern, unsere Tochter übernahm die Wohnung, Mann und Sohn waren glücklich und alle waren gut versorgt bis auf mich.
Es kam dick und dicker.
Nachdem ich an Weihnachten voller Elan meine Pläne gezeichnet habe, wie ich gern wohnen möchte, übergaben wir sie zum Ausarbeiten dem Architekt und es kam ein sehr schönes Wohn/Geschäftshaus dabei heraus. Eine ausgefeilte Raumaufteilung für meinen Bedarf, schöne Wohnräume und von der Außenansicht her ganz ansehnlich gestaltet. Das ganze artete dann etwas aus und da entstanden die Schwierigkeiten.
All die Dinge habe ich meinem Arzt erzählt und er gab mir den Rat meine Hände wieder nach oben zu halten. Aber wie soll das gehen bei so viel Problemen, denn in der Zwischenzeit hatte ich nicht nur immense Geldsorgen, sondern auch noch Probleme mit einem Lehrling, welcher in die Drogenszene abgerutscht ist.
Was ich dringend benötigt hätte, wäre eine Finanzielle Unterstützung in meinem Betrieb, denn durch meine Krankheit und der Misere mit dem Lehrling kam ich in Existenzielle Schwierigkeiten und keiner half mir diese in den Griff zu bekommen. So schlitterte ich durch Zeit und Raum und versuchte alles im Griff zu behalten.
An dieser Stelle möchte ich noch auf die Nöte der Selbständigen hinweisen. Es wäre sehr schön, wenn die Hilfe auch uns Altgedienten und nicht nur den Existenz- Gründern zukommen würde, denn schließlich haben wir uns schon über Jahre bewiesen, dass wir etwas leisten können, haben Lehrlinge ausgebildet und uns dafür mächtig ins Zeug gelegt. Doch wenn dann die Not am größten ist, bekommt man statt einer angemessenen Hilfe nur ein müdes Lächeln, weil man angeblich nicht genügend Umsatz hat. Da frage ich mich, wo fängt beim Bänker der Umsatz an. Manchmal für ein Handwerk bei völlig utopischen Zahlen. Denn wie der Name schon sagt, es ist Handwerk, nicht Maschinenwerk. Ich würde mich freuen, wenn es Menschen geben würde, die das Risiko nicht scheuen und uns unterstützen würden, es gibt viele Möglichkeiten, denn wir stellen einzigartige Dinge her. Und was noch dazu kommt, sehr oft bilden wir von gutverdienenden Menschen, welcher Gelder in Stiftungen und anderen Dingen anlegen, die Töchter und Söhne aus, was unsere Zeit, Kraft und Geld kostet. Hier wäre ein Umdenken angebracht, die Gegenleistung wären gut ausgebildete junge Menschen mit großen Zukunftsperspektiven. Aber ohne Unterstützung können wir diesem Auftrag nicht mehr gerecht werden.
Vielleicht ändert sich etwas warten wir es ab.
Mein Arzt verschrieb mir Aufbaumittel die ich ach du Schreck nun selbst spritzen musste. Ich und spritzen, das ist etwas was mir nun gar nicht liegt, aber nach einer guten Einführung konnte ich auch das selbst erledigen. Ein halbes Jahr habe ich diese Kur gemacht und meine Hände erholten sich langsam. Für die Schrunden habe ich Tagsüber Salbe mit Harnstoff benutzt und Nachts ganz dick Penatencreme darauf geschmiert. Natürlich mussten die Hände verbunden werden, aber damit konnte ich nicht Arbeiten. Darauf hin habe ich mir für jeden Tag zwei paar Handschuhe ohne Finger aus Baumwoll- Jersey genäht, darunter konnte ich salben und schmieren wenn Bedarf bestand.
Nach dem halben Jahr verschwand die Neurodermitis ich war überglücklich. Das sollte aber nur einige Monate anhalten und ich bekam Pusteln im Gesicht und auf der Kopfhaut. Was zur Folge hatte, dass ich keine Haare mehr färben konnte. Das war zuerst ein herber Schlag, fordert doch die heutige Zeit junge vital aussehende Menschen, überhaupt in einem Beruf der mit Ausstrahlung und Wirkung zu tun hat. Es half nichts ich musste umdenken und mich mit natürlichen Dingen umgeben, was beim Essen anfing und bei der Seife endete.
Es folgte die bisher letzte Spritzenkur und ich war bis vor etwa 3 Wochen völlig geheilt von dem Übel.
Nun ist aber wieder einiges in meinem Leben zu verkraften und meine Hände signalisieren mir nichts Gutes.
Da ich überzeugt bin, dass Psyche und Krankheit eng miteinander verbunden sind, muss ich eine Lösung finden und vor allen Dingen zu meinem Arzt gehen und mir meine Medizin verschreiben lassen.
Edith F
Ps. Handschuhe aus Baumwolle können Sie bei Bedarf gern bei mir bestellen.